Ems-Zeitung vom 22.04.2005

80 Männer fanden in Dörpen den Tod

84 Häuser gingen in Flammen auf

Dörpen (ma)

Dörpen rückte im April 1945 in den Mittelpunkt der Kriegshandlungen des Zweiten Weltkrieges.
Deutsche Truppen hatten die Brücken über Ems und Küstenkanal gesprengt, um die alliierten Einheiten am weiteren Vormarsch zu hindern. Beiden Seiten lieferten sich tagelang erbitterte Kämpfe.

Bei den zahlreichen Gefechten rund um Dörpen starben mindestens 80 junge Soldaten aus Polen, Großbritannien, Kanada und Deutschland. 33 deutsche und 31 polnische Soldaten fanden auf dem Soldatenfriedhof in Dörpen ihre letzte Ruhe.
Bereits am 13. April evakuierten die alliierten Truppen das 1500-Seelen-Dorf. Am 20. April stiegen dichte Rauchschwaden über Dörpen auf, 84 Häuser standen in Flammen.

Die Bilanz des Schreckens während des Zweiten Weltkrieges liest sich für Dörpen wie folgt: Es starben 86 Dörpener, darunter 13 Familienväter. Im Juni 1943 kamen acht junge amerikanische Soldaten bei einem Flugzeugabsturz in Dörpen-Müll ums Leben. Die einzige jüdische Familie From aus Dörpen konnte rechtzeitig nach Holland fliehen und überlebte in Erdlöchern und Hühnerställen dank mutiger holländischer Bürger. Der geistig behinderte Johannes Eissing war fünf Jahre alt als ihn 1941 ein Kommando abholte. Seine Eltern haben nie wieder etwas von ihm gehört.