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1939—1945
Der 2. Weltkrieg war für die Lathener am 9. 4. 1945 zu Ende. Am Morgen dieses Tages, zwischen 5 Uhr und 5.30 Uhr, rückten kanadische Panzer von Meppen aus ein und beschossen vom Marktplatz aus den Ort. Diesen genauen Bericht verfaßte Bürgermeister Oldiges. Bis 8 Uhr an diesem Morgen lieferten sich die alliierten Truppen Schießereien mit einem kleinen Trupp Marinesoldaten, der den Ort verteidigen zu können glaubte. 5 Tote gab es bei den deutschen Soldaten. Die Lathener Zivilbevölkerung brauchte keine Menschenleben zu beklagen. Verbittert schildert Oldiges die Sprengung der stolzen Emsbrücke, die mit so großen Opfern errichtet worden war, durch die deutschen Truppen, obwohl aus dem Linksemsischen keine Invasion drohte. 17 Häuser und der fast neue Bürgersteig und viele Straßen waren in Lathen völlig zerstört worden.
(Quelle: Lathen – ein Dorf an der Ems 1984)
Lathen-Ems während der Kriegsjahre 1939 bis 1945
Lathen blieb bis zum Jahre 1945 von den Kriegsschäden verschont. Durch den ständig wachsenden Menschenbedarf der Wehrmacht wurde ein Mangel an Arbeitskräften in der Landwirtschaft verursacht.
Im Februar 1945 wurde der Bahnübergang an der Melstruperstraße von Bombern angegriffen. Die Eisenbahn wurde nicht getroffen, vielmehr fiel die größte Zahl der Bomben in das Eichenwäldchen im Bachgrund östlich der Landstraße. Zerstört wurde das Arenbergische Forsthaus und der Bauernhof Middendorf. Die Straßenbrücke wurde durch ein Loch beschädigt.
Der Einmarsch der Alliierten ging folgendermaßen vor sich: Die eigenen Truppen waren auf die Verteidigung nach Süden und Westen eingerichtet. Batterien der Artillerie waren auf dam Mühlenberg und auf dem großen Esch in Stellung gegangen. Der Volkssturm hatte Verteidigungsgräben und Panzersperren an der Fernstraße 70 bei den Ortseingängen angelegt. Auch sonst war im Gelände, oft an den unwahrscheinlichsten Stellen geschanzt worden, so z.B. mitten im Waldesdickicht.
Die Alliierten rückten von Süden kommend also aus Richtung Meppen, an. Die letzten Stellungen wurden von unsern Truppen am 8.4.1945 verlassen, noch bevor sie irgendwelche Feindberührung gehabt hatten, Als Ersatz dafür wurde zwar am gleichen Abend noch von Papenburg ein Volkssturmaufgebot etwa in Kompanie starke nach Lathen gerufen, jedoch nahmen diese den aussichtslosen Kampf gegen die anrollenden Panzer gar nicht erst auf. Die Männer verstreuten sich. Die Panzersperre an der Meppener Straße blieb offen.
Im Morgengrauen des 9. April 1945 rückten die ersten Panzer in Lathen ein. Es waren kanadische Einheiten. Die Panzer rückten teils in Richtung Papenburg, teils in Richtung Sögel weiter.
Bei dem Durchmarsch der ersten Panzer kam es noch zu Zwischenfällen in der Hauptstraße, deren Ursache nicht bekannt ist. Die Panzer gaben Feuer. Durch den Beschuss brannten 17 Häuser vollständig ab, zahlreiche andere wurden beschädigt.
Etwa eine Panzerabteilung blieb in Lathen und besetzte die öffentlichen Gebäude, darunter auch das Postamt.
(Quelle: Dr. Hermann Frerker †)