Termine

Gegen das Vergessen

Das Kriegsende in der Gemeinde und Samtgemeinde Sögel!

Vor 60 Jahren ging der Zweite Weltkrieg zu Ende.
Die Geschichte dieser Zeit in die Erinnerung rufen,
um für Gegenwart und Zukunft daraus zu lernen,
ist Ziel einer Ausstellung im neuen Rathaus der Samtgemeinde Sögel.
Aus dem Archiv Heinz Schmees erwartet Sie eine umfangreiche Sammlung
zeitgeschichtlicher Bild- und Textdokumente, deren Inhalt sich sehr präzise
mit den örtlichen Geschehnissen befasst.

Zur Ausstellungseröffnung am

Freitag, 22, April 2005, um 17.00 Uhr im Ludmillenhof

möchten wir Sie sehr herzlich einladen.


SonntagsReport

Sonntagsreport vom 23.04.2005 (PDF Druckvorlage)


Ausstellungseröffnung vom 22.04.2005

Ems-Zeitung vom 25.04.2005

Ems-Zeitung vom 25.04.2005

Die Sögeler Kirchenglocken kehrten unversehrt aus dem Krieg zurück
Ausstellung im Rathaus - "Hoffnung auf friedvolles Zusammenleben der Völker"
Von Klaus Dieckmann

Sögel
Zu einem offen, ehrlichen und selbstkritischen Umgang mit der deutschen Geschichte in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts hat Sögels SG-Bürgermeister Helmut Westermann speziell die Jugend aufgerufen. Es dürfe keine Tabus mehr gebe, über alles müsse offen gesprochen werden, sagte Westermann bei der Eröffnung der Ausstellung "Gegen das Vergessen - Das Kriegsende vor 60 Jahren in der Gemeinde und der Samtgemeinde Sögel" im SG-Rathaus Ludmillenhof.

So lud der Samtgemeindebürgermeister denn auch besonders die jungen Leute zu einem Blick in die Ausstellung ein. Über Besuche von Schulklassen und Jugendgruppen, Gespräche mit Zeitzeugen und weitere Veranstaltungen solle das SG-Rathaus zum Forum werden für die Auseinandersetzung mit den Ereignissen während der Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten und des Zweiten Weltkriegs.

Es sei kein einfacher Weg, der dem Betrachter der Dokumente beim Gang durch die Präsentation bevorstehe, räumte Westermann ein. Doch bei der Erinnerung an das millionenfache Leid, das seinerzeit von deutschem Boden ausgegangen sei, und damit an das "grausamste Kapitel unserer Geschichte", dürfe es keine Schönfärberei geben. Und die Kerzen, die zur Eröffnung der Ausstellung angezündet worden seien, blickte Westermann am Freitagabend in die Runde der Eröffnungsgesellschaft, seien sowohl Zeichen der Mahnung gegen das Vergessen als auch Zeichen einer nicht endenden Hoffnung auf ein friedvolles Zusammenleben der Völker in der Zukunft.

An diese Hoffnung knüpfte ebenfalls Sögels Bürgermeister Heiner Wellenbrock in seiner Rede an. "Lernen wir, miteinander zu leben", griff Wellenbrock Worte des ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker auf, der dazu aufgerufen hatte das Ende des Zweiten Weltkriegs, als Ende eines Irrwegs in der deutschen Geschichte zu erkennen. Und dieses Ende, so formulierte Weizsäcker vor 20 Jahren, habe gleichzeitig den Kern in eine bessere Zukunft geborgen.

Jugend besonders zum Besuch eingeladen

Ein Zeichen dieser Hoffnung ist indessen auch das zentrale Bild der Ausstellung, das die Besucher am Eingang zum Rathaus passieren. Das großformatige Foto-Dokument vom März 1942 zeigt die abgebauten Glocken der Sögeler Pfarrkirche. "Die Glocken von St. Jakobus auf dem Weg in den Krieg", ist auf einem erläuternden Text zu lesen. Wenige Jahre nach dem Ende des Weltkriegs seien die Glocken überraschenderweise unversehrt in Hamburg wieder aufgefunden worden, berichtete Heimatforscher Heinz Schmees, der die Ausstellung mit Bildern und Texten aus seinem Archiv zusammengestellt hatte. Es sei schon ein Phänomen, meinte Schmees, dass das Jakobus-Geläut - im Gegensatz zu den meisten Glocken der Kirchen auf dem Hümmling - den Schmelzofen überstanden und den Weg zurück in die Heimatkirche gefunden habe.

Dokumentation zum Ende des Zweiten Weltkriegs

72 Häuser gesprengt - Spahn polnisches Dorf

Titel: „Gegen das Vergessen - Das Kriegsende in der Gemeinde und der Samtgemeinde Sögel".

Konzeption: Heinz Schmees und Hermann Wichmann.

Zeitraffer: Im April des Jahres 1945 nehmen kanadische Truppen Sögel, Borger und andere Orte auf dem Hümmling ein. Bei den Zerstörungen trifft es die Gemeinde Sögel am schlimmsten. Zunächst wird der südliche Teil des Ortes am 8. April 1945 bombardiert. Nach einem Feuergefecht mit einem Trupp deutscher Soldaten sprengen die Kanadier drei Tage später 72 Häuser und legen damit die Ortsmitte fast vollständig in Schutt und Asche. Im Mai 1945 mussten die Bewohner von Spahn die Ortschaft komplett räumen. In die Häuser zogen polnische Frauen und Männer ein, die als Zwangsarbeiter im Emsland verpflichtet worden waren. Die letzten Polen verließen Spahn im Frühjahr 1947.

Öffnungszeiten: Die Ausstellung läuft bis zum 24. Juni und ist während der Öffnungszeiten des SG-Rathauses im Ludmillenhof zu besichtigen.

Information: SG Sögel, Telefon 05952/2060. Zur Ausstellung ist auch eine kleine Broschüre erschienen. Herausgebracht hat eine Broschüre ebenfalls der Förderverein für heimatliche Kultur- und Brauchtumspflege unter dem Titel „Sögel, der Zweite Weltkrieg und seine Folgen" (Preis 2,50 Euro).



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